Geschwister Scholl Gymnasium
Waldkirch

Naturwissenschaftliches und sprachliches Profil mit bilingualem Zug

Studienfahrt Berlin ‘22 - KS1

“Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu errichten.” - Dieser Satz, gesprochen vom damaligen Staats- und Parteichef der DDR Walter Ulbricht, entpuppte sich 1961 als eine der größten Lügen in der Geschichte Berlins, denn bereits zwei Monate später zog sich eine tödliche Linie durch die Stadt, und trennte fast 30 Jahre lang Menschen und Kulturen.

Seit dem historischen Zeitpunkt des Mauerfalls besuchen unsere Landeshauptstadt jedes Jahr Millionen von Menschen, die ihre besondere Geschichte vor Ort erleben möchten. So begab sich  vom 11. bis 15. Juli 2022 auch die Kursstufe 1 des Geschwister- Scholl- Gymnasiums auf Studienfahrt nach Berlin. Die diesjährige Fahrt stand unter dem Motto „Berlin zwischen Diktatur und Demokratie”. Wir reisten mit dem ICE an und hatten das Privileg, alle zusammen in einem einzigen Hotel, dem Transit Loft, untergebracht zu werden. Am Anreisetag startete auch schon das Programm.

 

Als erster Programmpunkt stand das Olympiastadion auf dem Plan. Durch Berlins großartig ausgebautes U- und S- Bahnsystem war es uns möglich, diesen und die folgenden Programmpunkte einfach und schnell zu erreichen.  Im Normalfall bewegten wir uns in vier Gruppen fort, was den Vorteil hatte, dass ein angenehmes und motiviertes Klima sowohl zwischen den Schülern selbst als auch zwischen Schülern und Lehrern herrschte. Im Stadion wurde ein geführter Rundgang angeboten, welcher die Besichtigung einiger exklusiver Teile des Stadions sowie ein umfassendes Maß an Wissenswertem über die Geschichte und den Sport für uns bereithielt. Das abendliche Highlight war für einige jedoch der Besuch in dem Berliner Nachtclub “Matrix”, der die Chance bot, zu lachen, zu tanzen und neue Kontakte zu knüpfen.

 

In den folgenden beiden Tagen besuchte jede Gruppe unter dem Motto „Facetten zweier Diktaturen”  sowohl das Haus der Wannseekonferenz als auch einen Teil der ehemaligen Berliner Mauer.  Beide Besuche wurden von freundlichen Guides begleitet, die äußerst informative Vorträge hielten und stets ein offenes Ohr für Fragen hatten. Als kreativer Programmpunkt war dann am Mittwochabend ein Theaterbesuch des Stücks „Schuld und Sühne” für die gesamte KS1 vorgesehen. Nach der interessanten, aber durchaus wirkungsvollen Inszenierung konnte sich, wer wollte, zu einem kleinen Gespräch mit den Künstlern melden.

 

Am Donnerstag stand eine geführte Stadtrundfahrt mit anschließendem Besuch im Bundestag auf dem Programm. Eine Sehenswürdigkeit, die natürlich nicht fehlen durfte, war die East-Side-Gallery. Neben dem Betrachten von teils weltberühmten Kunstwerken kamen aber auch Denkmäler sowie bekannte Gebäude und Plätze nicht zu kurz. Später im Bundestag wurde dann gemeinsam in der Kantine gegessen und danach ein spannender Vortrag über die Ämter, Sitzordnungen und Alltagsthemen der Politiker im Plenarsaal angehört. Auch wenn sich einige von dem anschließenden Gespräch mit dem Mitarbeiter eines Bundestagsabgeordneten mehr erhofft hatten, war auch dieses eine Erfahrung wert. Besonders nach dem anschließenden Gruppenfoto und dem Ausblick von der Reichstagskuppel über die Skyline von Berlin bei filmreifem Sonnenuntergang galt der Abend allgemein als gelungen. Als freiwilligen Tagesabschluss hatte man nach Sonnenuntergang noch die Möglichkeit, eine Film- und Lichtprojektion im Parlamentsviertel zu bestaunen.

 

Am fünften und letzten Tag unserer Studienfahrt stand morgens noch der Besuch im Stasi-Gefängnis an, welchen einige Schüler/innen als ihren liebsten Programmpunkt beschrieben. Ein motivierter Guide führte uns durch die Anlage und erzählte von den grausamen Methoden, wie Gefangene früher psychisch beeinflusst und gefoltert wurden, und davon, wie die meisterhafte Vertuschung der Stasi so lange funktionieren konnte.

 

Aber auch die Freizeit kam nicht zu kurz. Die Erlaubnis, sich in Kleingruppen frei in Berlin zu bewegen, ermöglichte uns unter anderem den eigenständigen Besuch von Museen, Shopping Malls, Restaurants und berühmten Orten, ebenso wie das Entspannen im Park oder im Hotel.

 

Vor allem das Eintauchen in die vielseitigen Facetten und Kulturen Berlins wurde uns durch diese Studienfahrt ermöglicht. Man konnte neue Eindrücke sammeln und sich viel Wissen aneignen. Schlussendlich hat die Berliner Mauer, die einst errichtet wurde, um Menschen zu trennen, diese Woche zum Gegenteil beigetragen. Sowohl untereinander als auch mit den Lehrern war es möglich, Kontakte zu knüpfen, beziehungsweise zu festigen, um sich auch in Zukunft gemeinsam an diese gelungene Studienfahrt und die Geschichte einer großartigen Stadt zu erinnern.

 

Jana Kuch, KS1

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