Geschwister Scholl Gymnasium
Waldkirch

Naturwissenschaftliches und sprachliches Profil mit bilingualem Zug

Laboradio-Projekt in Abidjan/Elfenbeinküste

Zwei Schüler und ein Lehrer des Geschwister-Scholl-Gymnasiums Waldkirch haben vom 10. Bis 17. April erfolgreich am Laboradio-Projekt des Goethe-Institutes in Abidjan/Elfenbeinküste teilgenommen und zusammen mit Schülerinnen, Schülern und Lehrkräften aus dem Senegal, aus Burkina Faso, Deutschland und der Elfenbeinküste eine Radiosendung vorbereitet und live vor Publikum präsentiert.

Der erste Workshop des Projektes, veranstaltet vom Goethe-Institut Dakar, hatte im vergangenen November auf Gorée, einer Insel vor der senegalesischen Hauptstadt Dakar, stattgefunden. Dort hatten Radio Experten und Expertinnen von zwei deutschen Gymnasien (neben dem Geschwister-Scholl-Gymnasium Waldkirch das Tilman-Riemenschneider- Gymnasium Osterode)  ihr Wissen an senegalesische Schülerinnen und Schüler weitergegeben.

Beim zweiten Workshop in Abidjan, zu dem Claas Walther vom dortigen Goethe-Institut eingeladen hatte,  nahmen zwei Schüler (Nicolai Boldt und Valentin Heib) und ein Lehrer (Peter Baier) des Geschwister-Scholl-Gymnasiums Waldkirch teil. Dieses Mal wurden 15 Schülerinnen und Schüler aus Burkina Faso und der Elfenbeinküste von sechs senegalesischen und vier deutschen Expertinnen und Experten aus der ersten Runde in die Geheimnisse und Regeln des Radiomachens eingeführt.  Neben Moderationstraining und dem Zusammenstellen von Liederlisten ging es dabei vor allem um das Erstellen eines Radiobeitrages in Form einer kurzen Reportage. 

Ziel des Workshops war auch dieses Mal die Gestaltung einer Radiosendung, in welcher die produzierten Beiträge dann live und vor Publikum präsentiert wurden.

In sechs Gruppen aufgeteilt, in denen jeweils vier bzw. drei Nationen vertreten waren, erstellten die Teilnehmer innerhalb des Workshops Radiobeiträge zu selbst gewählten Themen. Die Themen waren dabei sehr unterschiedlich, durchaus anspruchsvoll (z.B. „Prostitution junger Mädchen in Afrika“, „Kriterien bei der Partnerwahl“, „Jugend und Literatur“) und beschäftigten sich alle mit dem Thema Jugend. Dazu mussten Interviews geführt, ausgewertet,  geschnitten, übersetzt und durch eigene Redebeiträge (sogenannte Manteltexte) ergänzt werden. Drei der Beiträge wurden in deutscher, die anderen drei in französischer Sprache verfasst.

Zu einer Radiosendung gehören natürlich auch Songs, wobei alle beteiligten Nationen berücksichtigt werden sollten. Bei einem Songcontest im Abendprogramm des Workshops wurden verschiedene Vorschläge der einzelnen Nationen vorgespielt und ein Komitee entschied anschließend, bei welchen vier Songs die Teilnehmerinnen und Teilnehmer am begeistertsten mitgetanzt und gesungen hatten – sicherlich ein erster Höhepunkt des Workshops.

Zusätzlich zur Vorbereitung einer eigenen Radiosendung wurden im Begleitprogramm drei Radiostationen in Abidjan besucht, wo nicht nur die Studios und die eingesetzte Technik besichtigt wurden, sondern auch die Moderation einer Radiosendung inklusive Verlesen der 12-Uhr-Nachrichten beobachtet und miterlebt werden konnte.

Einen weiteren Höhepunkt  bildete sicherlich die Aufnahme einer einstündigen  Radiosendung über das Laboradio-Projekt, in der alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Projektes zu Wort kamen und die am 21. April um 12 Uhr auf Radio Frequence 2 in der Elfenbeinküste ausgestrahlt wurde.

Beim Sonntagsausflug in die 50 km nördlich von Abidjan gelegene Domaine Bini bekamen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer einen kleinen Einblick in das ursprüngliche Leben in Afrika. Nach einer Führung durch den Wald, wo sie auch über den Anbau von Kautschuk, Kakao und Pfeffer informiert wurden, und dem Konzert dreier Trommler, zu dem ausgiebig getanzt wurde, gab es ein leckeres Essen, das von Bananenstaudenblättern mit den Händen gegessen wurde.

Zum Abschluss dieses eindrucksreichen Tages konnte, wer wollte, noch zuerst im Schlamm und anschließend in einem kleinen Fluss baden.

Abschluss und Höhepunkt des Workshops war jedoch die Radiosendung, die am Nachmittag des letzten Tages vor etwa 200 Zuhörern im Goethe Institut Abidjan live präsentiert und moderiert wurde. Das vierköpfige Moderatorenteam, ebenfalls bei einem Casting ausgewählt und alle beteiligten Nationen repräsentierend, präsentierte und moderierte abwechselnd und in zwei Sprachen sprechend die erstellten Beiträge und die ausgewählte Musik und erntete zum Ende der Sendung verdientermaßen großen Applaus.

Claas Walther, Veranstalter des Workshops und Leiter der Sprachabteilung des Goethe-Institutes Abidjan, zeigte sich im Anschluss an die Sendung hoch zufrieden sowohl mit dem Verlauf des Workshops, als auch mit dem vorgeführten Ergebnis. Gleiches gilt für Caren Bredin und Johannes Wehrle vom Goethe-Institut Dakar, welche den Workshop zusammen geleitet hatten und die noch einmal die hervorragende Atmosphäre zwischen den Teilnehmerinnen und Teilnehmern und den Begleitlehrkräften hervorhoben. Jede freie Minute wurde von allen Beteiligten dazu genutzt, das gesteckte Ziel gemeinsam zu erreichen, gegenseitige Unterstützung war selbstverständlich und musste nie eingefordert werden.

Nimmt man dazu noch die durchweg positiven Stimmen aller Teilnehmerinnen und Teilnehmer, so kommt man leicht zu der Erkenntnis, dass dies hier ein in jeder Hinsicht gelungener Workshop war,  bei dem nicht nur die erwarteten Ziele erreicht wurden.

Denn neben der Weitergabe von Expertenwissen, das nun in folgenden Workshops an weitere Interessierte vermittelt werden kann, kam es hier zu einem überaus gelungenen Austausch zwischen Menschen unterschiedlicher Kulturen, zu intensiven Begegnungen und fruchtbarer Zusammenarbeit, die den Erfahrungshorizont jedes Beteiligten mit Sicherheit wesentlich erweitert hat. (Peter Baier)

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